Der Marathon und der Kater

Wenige Stunden davor stieg die Anspannung. Die Furcht vor dem „Augenflimmern“ (Migräne), das mich die letzten Wochen heimgesucht hatte, lauerte im Schatten. Alles hing von der Tagesform ab. Im Hotel übte ich das erste und letzte Mal. Dann stand ich vor dem Publikum und legte los. Erst verhalten, dann mit mehr Tempo. Mit dem Tempo kam die Entspannung, 
die Lesung lief plötzlich wie ein Marathonläufer. Ich riss Sprüche auf Kosten meiner selbst, auf Kosten anderer (sorry Mongolei!). Das Publikum lachte und dankte es mir. Die Organisatorin vom Konfuzius Institut berichtete später begeistert, dass sogar Leute vom chinesischen Generalkonsulat anwesend gewesen waren. Ich erinnerte mich an einen der jungen Herren. Nämlich an den, der während der Lesung erschrocken die Hände verwarf, als ich berichtete, wie man in Peking die unverschlossenen Fahrräder der Verleihdienste kostenlos benutzen konnte. Jetzt werde ich wohl für die Einreise nach China gesperrt.

Am nächsten Tag hatte ich einen Kater – Alkohol konnte ich als mögliche Ursache ausschliessen. Als einziger Verdächtiger blieb nur der Glücksrausch vom Abend zuvor.

Die Lesung fand am 25.09.2019 in den Bücherhallen Hamburg statt, organisiert vom Konfuzius Institut Hamburg. Herzlichen Dank an das nette Organisationsteam!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s